Traugott Hirschberger

wurde am 15. März 1811 in der Grafschaft Glatz (Schlesien) im Dörflein Nicklasdorf in einer Wassermühle geboren. Sein Vater war Müller und es lag sehr nahe, dass auch der Sohn das Müllerhandwerk erlernen sollte. Zunächst wollte er jedoch Orgelbauer werden, beugte sich aber dem Wunsch des Vaters.
Nach seiner Lehre begab er sich 1830 als Müllergeselle auf die Wanderschaft. So kam er aus der Gebirgswelt in den Spreewald und nach Lübbenau. Bei dem Stadtmüller Werner fand er dann auch sofort Arbeit. In seiner Freizeit bildete er sich auf verschiedenen Gebieten wissenschaftlich weiter. Er war einige Jahre die rechte Hand seines Meisters Werner bis der Stadtmüller starb.
Nun lag die Last des gesamten Mühlengeschäftes auf den Schultern der Witwe. Traugott Hirschberger heiratete die Witwe Werner am 10. Mai 1838 in der Zerkwitzer Kirche. Nun arbeitete er noch beharrlicher in seiner Mühle. Seine wissenschaftlichen Ausbildungen in der Freizeit vernachlässigte er aber nicht. Bei den Lübbenauern war er beliebt und für viele auch ein guter Ratgeber. Seine Ehe war leider nur von kurzer Dauer. Die Müllerin, seine Frau, starb bald. Im Jahr 1844 heiratete er dann zum zweiten Mal.
Auch in der Politik konnte er immer ein Wort mitreden. Die Kreise Calau und Luckau wählten ihn von 1861 bis 1864 zu ihrem Landtagsabgeordneten. Von 1881 bis 1884 wurde er sogar zum Reichstagsabgeordneten der Kreise Cottbus und Spremberg gewählt.
Was tat Traugott Hirschberger für die Stadt Lübbenau? Er stellte seine großen Kenntnisse gern in den Dienst des Gemeinwesens. Es gab früher kaum einen Lübbenauer Verein oder ein hervorragendes Werk, das ihm nicht seine Unterstützung oder Mitbegründung verdankte. Als selbst guter Sänger blühte durch seine Unterstützung der Gesangverein auf. Am 17. Mai 1862 entstand auf seine Anregung hin der Männerturnverein. Den Fortbildungsverein gründete er 1873, wo er selbst auch Vorträge hielt. Sein Werk war auch die Gründung des Vorschussvereins, des späteren Bankvereins, am 1. Juli 1864. Im Jahre 1875 rief er die Fortbildungsschule ins Leben und wirkte dort selbst als Lehrer. Mitbegründer des Feuerwehrvereins wurde er am 24. Juni 1873. Im Jahr 1880 verkaufte er seine Mühle und widmete sich verstärkt der Fortbildung der Jugend.
Besonderen Verdienst erwarb er sich um die Meliorationsarbeiten des Spreewaldes. Auf seine Anordnungen hin sind die Köhlerschen Meliorationspläne 1885 aufgestellt worden.
An seinem 80. Geburtstag, am 15. März 1891, lud er alle Lübbenauer zu sich ein, die ebenfalls das 80. Lebensjahr abgeschlossen hatten.
Sein ganzes Leben war darauf ausgerichtet, seiner Heimat zu dienen. Schon zu Lebzeiten wurde er zum Ehrenbürger der Stadt Lübbenau ernannt. Hierbei zählten seine großen Verdienste in der Gründung der Fortbildungsschule sowie die Bemühungen der Wasserregulierung im Spreewald.
Der von den Lübbenauern geschätzte Traugott Hirschberger starb fast 86-jährig am 13. Februar 1897.
Wir haben es unserer Schulleiterin, Marina Heimann, zu verdanken, dass unsere Schule den Namen "Traugott Hirschberger" trägt. Sie beschäftigte sich mit der Lübbenauer Historie und stieß hierbei im Archiv auf den Namen dieses Mannes. Seit dem 22. Februar 2002 trägt unsere Schule diesen Namen.